Der Abschluss des Anfangs

Das Grundwasser tropft gleichmäßig in die kleine Pfütze, die sich mittlerweile angesammelt hat. Nur spärlich strahlt das Mondlicht durch das kleine Fenster, welches mit Gitterstäben versehen ist. Abgesehen vom Tropfen ist die Nacht sehr ruhig. Die knapp eingerichtete Zelle mit einem Schlafsack, gefüllt mit Stroh, einem Stuhl und einem Tisch ist auch nicht sonderlich gross. In der Ecke steht ein Eimer für nunja…
Auf dem Stuhl hockt ein kräftig gebauter, etwas zu klein geratener Ork, der leer in den Raum blickt. In der Zelle auf der anderen Seite lehnt ein Nord lässig an seine Zellentür und starrt den Ork seit einer längerer Zeit wortlos an.

Urplötzlich rief er “Hee Goblin, wie kommt ihr hierher? Was denken die Kaiserlichen denn, dass die einen Plagegeist wie Euch am Leben lassen?“ Der Ork musterte den Nord von oben bis unten. Der Nord war noch sehr jung, er hatte gerade mal den ersten Flaum, er schätzt ihn etwa 14 Jahre jung ein. “Und was macht ein Knabe hier unten in dem Verlies? Hast du dich wohl an der falschen Tasche vergriffen?“ entgegnet der Ork. “Aber wenn du die ganze Geschichte hören willst, kann ich sie dir gerne erzählen, morgen sterben wir ja sowieso.“ meint der Ork mit einem Hauch von Gefühlslosigkeit. Der Nord erschreckt ab den Worten des Orks “Wir werden morgen sterben? Aber ich hab doch nichts falsches gemacht. Ich hatte doch solchen Hunger, ich habe eine kleine Schwester und eine schwer erkrankte Mutter, wir brauchten einfach was zu essen, deswegen hab ich ohne zu fragen einen Laib Brot genommen.“ “Naja, morgen wird dir ein Prozess gemacht, der geht meistens mit dem Tod aus, diese verdammten Kaiserlichen Dreckskerle, denen spielt ein Leben anderer Völker gar keine Rolle. Wir werden morgen sehen. Wie lautete nochmal dein Name?“
“Mein Name ist Heban, Heban Sroden, Sohn von Wurt Sroden. Mein Vater kämpfte für die Kaiserlichen, liess für sie sogar sein Leben. Da wir morgen sterben, erzählst du mir etwas über dich, Ork?“ Der Ork schaut den Nord noch einmal ganz gründlich an, dann lächelt er und sagt “Na gut, Heban, Sohn von Wurt. Ich werde dir meine Geschichte erzählen.

Alles begann in einem Dorf namens Mournoth in Orsinium. Dort wurde ich geboren. Ich weiss noch, wie wir als Kinder immer gespielt haben, uns gerauft und schon früh eine Hirarchie unter uns Welpen ausmachten, mit acht Jahren ging ich dann zum besten Schmied des Dorfes in die Lehre, mein bester Freund wurde Jäger. Mit elf Jahren war ich bereits ein ausgezeichneter Schmied, ich lernte auch noch das Waffenhandwerk von meinem Meister. Du musst wissen junge, nur der Häuptling darf bei uns Orks Kinder zeugen, mit jeder Frau des Dorfes. Vor 14 Jahren, da war ich Zwölf, kam eine Zehnerschaft Kaiserliche in unser Dorf, sie sagten, wir müssen Steuern bezahlen, damit wir eine Kaiserliche Provinz sein durften, pah, wer will schon freiwillig eine kaiserliche Provinz sein, und unserem Anführen kam es nicht annähernd in den Sinn, Steuern zu bezahlen, sie hatten gedroht das Land zu pachten. Dies wiederkam unserem Anführer, daraufhin liess er die Kaiserlichen Hunde sofort töten. Ihre Abwesenheit wurde natürlich von der restlichen Garnison bemerkt, welche uns dann auch einen Besuch abstatteten. Der Häuptling wurde bestraft, indem er die gesamte Generation Welpen, zu der auch ich gehörte, in die Sklaverei verkaufen musste, wenn er das nicht getan hätte, wäre das gesamte Dorf vernichtet worden. Mit schwerem Herzen tat er dies auch, opferte sein Leben danach Malacath. Meinen besten Freund hab ich an diesem Tag zuletzt gesehen, ich weiss nicht was aus ihm wurde.
Da ich ein sehr begabter Schmied war, wurde ich sofort als solchen in einem Kaiserlichen Armeelager nahe Bravil in Cyrodiil eingesetzt. Durch eine Prügelei mit einem Soldaten wurde ich zum Tode verurteilt in die Arena in der Kaiserstadt geschickt um dort zu sterben. Da ich mich in der Arena ziemlich gut bewährte, wurde ich begnadigt zu einem Dasein als Gladiator. Das war vor neun Jahren.

An dem Tag wurde ich auch verkauft. Ich wurde weiter trainiert, und noch weiter. Ich habe viele Männer und Frauen getötet, viele fielen unter meiner Axt. Hast du schon einmal jemanden getötet Junge?“ Heban schüttelt den Kopf. “Wenn du in der Arena stehst, ist es ganz einfach. Der Sand, auf dem deine Füsse stehen, es ist ein herrliches Gefühl, wenn dann noch die ganzen Leuten jubeln und Elfentod schreien, da fühlt man sich wohl wie Malacath, der auf Erden geht.
Man nennt mich Elfenschänder, da ich auf Befehl meines Lannisters Elfenohre sammle.“ Heban hebt seinen Kopf und blickt ihn fraglich an “Wie machst du das denn?“ “Nun, ich reisse ihnen ihre erbärmlichen Ohren einfach aus, zuerst das Linke, dann das Rechte. Menschen skalpiere ich, Echsen entschweif und den Orks reiss ich die Zähne raus.“ “Und den Khajiit?“ “Die lass ich liegen.
In der Zeit, in der man nicht kämpft, nicht trainiert fühlt man sich wie ein wildes Tier, angekettet und weggesperrt, meist in so schäbigen Löchern wie dieses.“
Heban drückt seinen Kopf ganz eng an die Gitterstäbe “Wie viele Kämpfe hast du denn bestritten?“ “Zu viele, ich habe nie wirklich nachgezählt, aber ich ritzte Kerben in meine Axt, für jeden Gegner den ich tötete, ich kann dir jedoch nicht sagen, wie viele das waren, da mir meine Axt genommen wurde, sicherlich verkauft. Zu meinen Pflichten gehörten auch, Gefangene der Gastgeber der Spiele, die den Tod verdienen, hinzurichten, jedoch verdienen meistens nur die Gastgeber den Tod.
Ich kam in ganz Tamriel umher, da ich schnell zu grossem Ansehen als Gladiator kam, und von vielen reicheren Leuten gebucht wurde. Ich unterstand einem Lannister, er war ein Khajiit. Zuletzt habe ich vor neun Tagen in Haven, Valenwald gekämpft. Dort sollte ich zum Abschluss eine bretonische Mutter und ihr Kind hinrichten, doch ich weigerte mich. Wegen Befehlsverweigerung wurde ich selbst dann zum Tod verurteilt.“

Der Ork beginnt wild zu schnauben und brüllte “Ich töte keine Mütter und keine Kinder, das ist ehrenlos!“ dann beruhigt er sich wieder und setzt fort “Man verschleppte mich wieder zurück in die Kaiserstadt, und nun bin ich hier, erzähl dir meine Geschichte. Das einzige was ich weiss, dass ich morgen von hier weggebracht werde, ich weiss noch nicht wohin. Malacath wartet, doch bevor ich in die Leere zu Anu gehe, ist es dennoch mein Wunsch, Rache an den Kaiserlichen zu üben.“
Heban schaut ihn noch einmal ganz gründlich an und sagte “Ork, wie ist dein Name?“ “Meinen Namen, der aus der Arena kennst du ja, aber richtiger mein Name lautet Barlok, Barlok gro-Nâr.“ Weiter zu Teil 2

Autor: Barlok



10 Kommentare zu “Der Abschluss des Anfangs”

  1. Starkiller sagt:

    Eine tolle Geschichte, obwohl mir persönlich die Rache missfällt. Aber ich habe früher auch so gedacht, das Rache alles ist! Aber wen man immer Blut mit Blut vergeltet, wird diese Krieg so lange dauern, bis es niemanden mehr gibt, der Rache üben kann. Denkt an meine Worte Junger Ork.
    Ich bin gespannt wie es weiter geht, es geht doch weiter oder?

    • Barlok sagt:

      Das ist nicht mein Krieg. Die Kaiserlichen wollten, dass ich ihnen Blut zeige, und ich werde ihnen das Blut derer zeigen, die mich wie ein Tier hielten!

      Es geht weiter, es wird sich auf seine zwei Wünsche beziehen…

  2. Tuom sagt:

    Finde deine Geschichte ebenfalls sehr gut gelungen, Barlok. Dein Charakter hat schon ein richtig gutes Profil bekommen und man ist gespannt, wie es weitergeht! :)

  3. Starkiller sagt:

    Gute Fortsetzung, da kommt der arme Barlok ja vom Regen in die Trauve.

  4. Starkiller sagt:

    Da kommt ja richtig Aktion in die Bude. Gefällt mir sehr gut! Da sieht man mal, das Orks auch mehr drauf haben als nur zu grunzen. -;)
    Bin schon gespannt ob sie für denn Kaiser kämpfen werden!

  5. Fariell sagt:

    Habe nun den ersten Teil fertig gelesen und muss sagen: Gefällt mir sehr gut! Lese die Tage weiter ;)

  6. Callista Iduna sagt:

    Habe bisher nur bis Teil drei gelesen aber es ist eine sehr gute Story ^^ gefällt mir!

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